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Hundeverordnung in Bayern

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Der Freistaat Bayern hat die längste und älteste Rasseliste. Seit 1992 gibt es für bestimmte Vierbeiner besonders strikte Auflagen. In Bayern werden die Rassen (wie in Baden-Württemberg), denen gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit unterstellt wird – also, die als Kampfhunde gelten – in zwei Kategorien unterteilt:

In Kategorie 1 sind die Hunderassen (und deren Kreuzungen) aufgeführt, denen die Kampfhundeeigenschaften Aggressivität und Gefährlichkeit unwiderlegbar unterstellt werden. Diese Hunde gelten grundsätzlich immer als Kampfhunde und können auch nicht mittels einer Verhaltensprüfung die Gefährlichkeit widerlegen. Hierzu zählen American Staffordshire Terrier, Bandog, Pit-Bull, Staffordshire Bullterrier und Tosa-Inu.

Die Kategorie 2 enthält die Rassen (und deren Kreuzungen), denen die Kampfhund-Eigenschaften widerlegbar unterstellt werden. Das bedeutet, der Halter hat die Möglichkeit mittels eines Gutachtens von einem Sachverständigen zu belegen, dass sein Hund die unterstellte Gefährlichkeit und Aggressivität nicht besitzt. Er erhält dann ein sogenanntes Negativzeugnis, das dem Zuchtverbot befreit. Zudem muss er keine Haltungserlaubnis bei der zuständigen Gemeinde einholen.

Folgende Hunderassen (und Kreuzungen aus diesen Rassen) zählen zur Kategorie 2: Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario (Dogo Canario), Perro de Presa Mallorquin, Rottweiler

Darüber hinaus kann ein Hund rasseunabhängig auch aufgrund seiner Ausbildung, die als Ziel eine gesteigerte Aggressivität hat (also wenn er bewusst „scharf gemacht“ wird), zum Kampfhund werden.



Auflagen für Listenhunde („Kampfhunde“) in Bayernimages

Gesetz & Hundeverordnung in Bayern:

Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit vom 10. Juli 1992

Änderung der Bekanntmachung zum Vollzug des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes

Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Bau und Verkehr vom 4. Dezember 2014  Az.: IC2-2116.4-163

Zuständigkeit:

Innenministerium

Folgene Rassen (und Kreuzungen) gelten als ‚Kampfhunde‘

Kategorie 1 – unwiderlegbare Kampfhunde: American Staffordshire Terrier, Bandog, Pit-Bull, Staffordshire Bullterrier, Tosa-Inu

Kategorie 2 – widerlegbare Kampfhunde: Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario (Dogo Canario), Perro de Presa Mallorquin, Rottweiler

 



Haltungsbedingungen für Listenhunde (Kampfhunde) in Bayernimagesitzts3fx

  • Die Haltung von Kampfhunden der Kategorie 1 oder 2 bedarf der Erlaubnis der Gemeinde, sofern kein Negativzeugnis für Hunde der Kategorie 2 vorliegt.
  • Der Halter von Kampfhunden der Kategorie 1 und 2 muss ein berechtigtes Interesse (bspw. Bewachungsunternehmen) an der Haltung des Hundes haben.
  • Es darf keine Zweifel an der Zuverlässigkeit des Antragsstellers geben. Hierzu muss in der Regel ein Führungszeugnis vorgelegt werden.
  • Zweifel an der Zuverlässigkeit bestehen, wenn der Antragssteller vorbestraft, geschäftsunfähig, minderjährig, drogensüchtig, psychisch labil oder physisch für die Führung eines Tiers ungeeignet ist. Ebenfalls muss ein fester Wohnsitz nachgewiesen werden können.
  • Ggf. wird ein fachpsychologisches oder fachärztliches Gutachten verlangt um die körperliche sowie geistige Eignung festzustellen.
  • Die Erlaubnis zur Haltung wird nur erteilt, wenn der Hund entsprechend sicher und artgerecht gehalten wird, sodass keine Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder Besitz entstehen.
  • Kampfhunde unterliegen der Kennzeichnungspflicht.
  • Die Erlaubnis kann von anderen, individuellen Auflagen abhängig gemacht werden.
  • Haltungsbindungen wie Leinen- und Maulkorbpflicht werden von den Gemeinden definiert.
  • Die Haltungserlaubnis ist jeweils personen- und tiergebunden (auf den jeweiligen Hund und Halter beschränkt). Wird der Hund an einen anderen Halter abgegeben, erlischt die Erlaubnis.
  • Da das Negativzeugnis für Hunde der Kategorie 2 erst ab dem 18. Lebensmonat ausgestellt werden kann, wird für jüngere Hund dieser Rassen oder Mischlingen aus diesen Rassen, ein vorläufiges Negativzeugnis ausgestellt.


Zucht, Verkauf, Abgabe und Ausbildungunbenannt

  • Kampfhunde dürfen nicht gezüchtet oder gekreuzt werden.
  • Hunde dürfen nur mit Erlaubnis zu gesteigerter Aggressivität bzw. Gefährlichkeit gegenüber Menschen und Tieren ausgebildet werden, wenn der Antragsteller die erforderliche Sachkunde besitzt, es keine Bedenken gegen seine Zuverlässigkeit gibt und die Ausbildung Schutzzwecken dient.
  • Kampfhunde dürfen keine Erlaubnis zur Ausbildung mit dem Ziel gesteigerter Aggressivität bzw. Gefährlichkeit erhalten.


Ausnahmen

  • Die Verordnung gilt nicht für Diensthunde (Polizei, Strafvollzug, Bundesgrenzschutz, Zollverwaltung).
  • Hunde der Kategorie 2 gelten nicht als Kampfhunde im Rahmen der Verordnung, wenn sie ein Negativzeugnis haben.


Anforderungen für das Negativzeugnis

  • Das Gutachten muss vom Halter selbst beantragt werden.
  • Für Welpen und Junghunde der Kategorie 2 muss ein vorläufiges Negativzeugnis beantragt werden. Dies muss explizit bei der Gemeinde geschehen – eine steuerliche Anmeldung genügt nicht. Andernfalls gilt auch der Welpe als Kampfhund.
  • Die Mindestanforderungen an das Gutachten legen die Gemeinden fest.
  • In der Regel wird das Verhalten des Hundes in seiner regulären Umgebung bewertet. Zudem spielen meist Grundgehorsam, Führigkeit und die Reaktion auf Reize eine Rolle.
  • Für Hunde der Kategorie 1 gibt es kein Negativzeugnis, da die Eigenschaft als Kampfhund als nicht widerlegbar gilt. Allerdings fordern die Genehmigungsbehörden häufig einen Wesenstest ein.


Was gilt nach erfolgreicher Verhaltensprüfung?unbennnt

  • Der Hund ist von der Erlaubnispflicht zum Halten befreit.
  • Mit dem Hund darf gezüchtet werden.
  • Es können, je nach Ermessen der Gemeinde, weitere Auflagen mit dem Negativzeugnis verbunden werden (z.B. Leinenpflicht o.ä.)
  • Das Negativzeugnis muss mitgeführt werden.
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