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Listenhunde

Welche Hundegesetze und Hundeverordnungen gelten wo?cane-corso-hundeverordnung-bayern-750x400

Übersicht über die Rasselisten von Bund und Bundesländern

Seit dem Jahr 2000 wurden die Hundegesetze der einzelnen Länder verschärft und teilweise um sogenannte Rasselisten ergänzt. Lediglich der Freistaat Bayern hatte bereits vorher eine umfassende Rasseliste: Dort gibt es seit 1992 eine Hundeverordnung, in der auch Listenhunde und entsprechende Auflagen hinsichtlich Haltung, Erwerb oder Zucht aufgeführt sind.

Diese Listen umfassen, je nach Bundesland, verschiedene Hunderassen , die als gefährlich gelten oder bei denen eine rassebedingte Aggressivität vermutet wird. Hunde, die auf diesen Listen stehen, werden deshalb als Listenhunde bezeichnet – teilweise pauschal als „Kampfhunde“ betitelt.

Auch wenn diverse Studien und wissenschaftliche Untersuchungen bisher keine Hinweise darauf liefern konnten, dass Hunde bloß aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit gefährlich sind, wird in vielen europäischen Ländern und den meisten deutschen Bundesländern an den Rasselisten festgehalten. Nur das Bundesland Niedersachsen hat im Jahr 2003 die Rasseliste aus dem Hundegesetz gestrichen, da „die Einstufung eines Hundes als gesteigert aggressiv oder gefährlich, anknüpfend an die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Hunderasse oder einem bestimmten Hundetyp, in Fachkreisen nach wie vor umstritten“ ist.

Dieses Beispiel galt schon damals als Vorläufer, doch erst jetzt ziehen einige Bundesländer nach: Während Berlin die Liste ab 2016 verkürzen will, wird sie in Schleswig-Holzsteinganz abgeschafft, das hatte im Juni 2015 der Landtag in Kiel beschlossen.

Rasseliste des Bundes: Hundeverbringungs- und –einfuhrbeschränkungsgesetz11091168_869940669735606_2045095106632792711_n

Auch wenn die Verordnungen vom jeweiligen Bundesland abhängig sind, gibt es zusätzlich ein allgemeines Gesetz für die Rassen bzw. Hunde-Typen Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier und für die Kreuzungen dieser Rassen. Diese dürfen laut dem Gesetz zur Beschränkung des Verbringens oder der Einfuhr gefährlicher Hunde in das Inland (kurz: Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz) nicht aus dem Ausland nach Deutschland gebracht werden.

Zudem dürfen auch keine Hunde nach Deutschland gebracht werden, die auf der Rasseliste des jeweiligen Zielbundeslandes stehen Allerdings gibt es auch für dieses Gesetz einige Ausnahmen:

1. Ausnahme vom Verbringungs- und Einfuhrverbot: Hund mit speziellen Aufgaben

Die laut Gesetz „gefährlichen Hunde“ dürfen nach Deutschland eingeführt werden, wenn sie als Diensthunde (bspw. von Bundeswehr und Polizei) gehalten werden sollen oder Blindenhunde, Behindertenbegleithunde und Hunde des Katastrophen- und Rettungsschutzes sind.

2. Ausnahme vom Verbringungs- und Einfuhrverbot: Rückreise

Wurde der Hund vorrübergehend in das Ausland gebracht (bspw. Urlaub) und kehrt dann dorthin zurück, wo er berechtigterweise gehalten werden darf, darf er ebenfalls nach Deutschland einreisen.

3. Ausnahme vom Verbringungs- und Einfuhrverbot: Vorrübergehender Aufenthalt in Deutschland

Listenhunde dürfen nach Deutschland eingeführt werden, sofern sie sich zusammen mit ihrem Halter – dessen Wohnort nicht in Deutschland ist – nicht länger als vier Wochen in Deutschland aufhalten. Urlauber aus dem Ausland können ihre Hunde also mitbringen.

4. Ausnahme vom Verbringungs- und Einfuhrverbot: Nachweislich berechtige Haltung im Bundesland

Die laut Gesetzestext „gefährlichen Hunde“ dürfen nach Deutschland eingeführt werden, wenn sie nachweislich in dem entsprechenden Ziel-Bundesland gehalten werden dürfen.

Welche Rassen gelten in den einzelnen Bundesländern als Listenhunde?

Die als Listenhunde aufgeführten Hunderassen sind je nach Bundesland unterschiedlich und bringen auch diverse Auflagen hinsichtlich der Haltung mit sich. Beispielsweise werden häufig die Volljährigkeit des Halters/der Halterin, die Vorlage eines Führungszeugnisses und eine Sachkundeprüfung (der „Hundeführerschein“) vorausgesetzt.

Zusätzliche Sonderauflagen sind Leinen- oder Maulkorbzwang sowie Chip-, Versicherungs- und Meldepflicht.

 

In manchen Bundesländern werden die Rassen noch zusätzlich in Kategorien unterteilt. So gibt es in Bayern beispielsweise Rassen, die grundsätzlich als gefährlich eingestuft werden (Kategorie 1) und Rassen, deren Gefährlichkeit vermutet, aber durch einen Wesenstest widerlegt werden kann (Kategorie 2).

Übersicht der Rasseliste nach Bundesländern:

 

Zum Vergrößern auf die Grafik klicken                                 Stand Juni 2015

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Rot (1 und X) = Die Rasse wird als gefährlich aufgeführt;
Gelb (2) = Die Gefährlichkeit wird vermutet, kann aber durch einen Wesenstest widerlegt werden
Grün (-) = Diese Rasse ist in diesem Bundesland nicht als Listenhund in der Rasseliste eingetragen

 

Anhand dieser Grafik wird deutlich, dass es keine pauschalen Regelungen gibt. Stattdessen gelten in den einzelnen Bundesländern nicht nur unterschiedliche Rassen als gefährlich oder potenziell gefährlich – auch die Auflagen unterscheiden sich. Während man in Berlin   bspw. keine Listenhunde züchten darf, ist das in Niedersachsen – oder bei einigen Rassen in anderen Bundesländern – kein Problem. Dort stehen die Hunderassen schließlich nicht auf der Liste.

Auch der Verkauf oder Kauf ist in manchen Bundesländern erlaubt, in anderen ist die Haltung an sich (und somit auch der Erwerb oder die Abgabe) gänzlich verboten beziehungsweise an bestimmte Bedingungen geknüpft. Selbst die Verordnungen und Gesetze kommen aus unterschiedlichen Federn: Während in Brandenburg das Innenministerium verantwortlich ist, verabschiedete im Saarland das Ministerium für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales das Gesetz. In Thüringen wird alles beim Landesverwaltungsamt geregelt und inBremen vom Bremer Senat. In Bayern hingegen gibt es einige landesweit gültige Auflagen zur Haltung, doch ob die Haltungserlaubnis an weitere Bedingungen geknüpft ist, entscheiden die Gemeinden individuell.

Wer bei diesem Dschungel aus Paragraphen, Auflagen und Leinenpflicht-Gebieten den Überblick behalten will, merkt schnell, dass nicht einmal die Behörden genau wissen, welche Gesetze im Nachbarbundesland gelten. Und hat man sich erst einmal umfassend über die Regelungen in seiner eigenen Stadt informiert – wehe dem, der Freunde am anderen Ende Deutschlands besuchen möchte.

Jeder, der sich für einen Hund der aufgeführten Rassen interessiert, sollte sich deshalb ganz gezielt an seinem Wohnort über die dortigen Bedingungen informieren und auch bei Reisen innerhalb der Bundesrepublik einen Blick in die jeweiligen Verordnungen und Gesetzestexte werfen.

Geplante Änderungen der Rasselisten ab 2016

Sowohl in Schleswig-Holstein wie auch in Berlin gibt´s ab dem 1. Januar 2016 neue Hundegesetze. Demnach soll im nördlichsten Bundesland Deutschlands die Rasseliste – wie in Niedersachsen – gänzlich abgeschafft werden. Stattdessen müssen sich zukünftig Halter von auffällig gewordenen Hunden einer theoretischen und praktischen Sachkundeprüfung unterziehen. In der Hauptstadt ist eine Verkürzung der Rasseliste vorgesehen, dafür soll aber auch eine allgemeine Leinenpflicht für alle Vierbeiner kommen, von der man nur mit einer Sachkundeprüfung befreit werden kann.

Auflagen für Kampfhunde/Listenhunde in den einzelnen Bundesländern

Um Ihnen einen groben Überblick über die jeweiligen Auflagen für Listenhunde zu geben, haben wir Ihnen hier eine Tabelle mit Stichpunkten, Restriktionen und Anforderungen zusammengestellt:

Zur Übersicht der Auflagen für Listenhunde

Um Sie genauer über die Gesetze in den einzelnen Bundesländern zu informieren, haben wir Ihnen zudem je nach Land die wichtigsten Aspekte und Restriktionen zusammengefasst. Unter anderem verraten wir Ihnen, welche Hunde in dem entsprechenden Land als Listenhunde oder „gefährliche Hunde“ gelten, was es für Ausnahmen gibt und welche Bedingungen es für Haltung, Zucht, Erwerb oder Abgabe zu beachten gilt.

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